<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-x-formal">
	<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Christiane</id>
	<title>Lyrikwiki - Benutzerbeiträge [de-formal]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Christiane"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Christiane"/>
	<updated>2026-05-01T01:17:13Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.39.13</generator>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1441</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1441"/>
		<updated>2012-01-23T23:46:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: /* Die Figur des Wolkenhändlers */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= &#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
[[kategorie:Klavki]]&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Versionen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pressestimmen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Der Wolkenhändler ist nicht nur ein Träumer, Phantast und gelegentlich Pessimist, er ist vor allem so belesen, dass schon seine eigene Sprache zu großen Teilen aus Literatur besteht oder Sätzen, die nach Literatur klingen. Die Übergänge sind fließend. Kundigen Bücherkonsumenten werden einige Originalzitate und Formulierungen auffallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiele:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) &#039;&#039;»Pass auf: Welche Stelle steht im Kant und welche Stelle ist Mist? A: Eine Einheit der Idee muss sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes der Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten dienen. Oder B: Die Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten muss einer Einheit der Idee sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes dienen.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Zu finden bei Arno Schmidt, &#039;&#039;Seelandschaft mit Pocahontas&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) &#039;&#039;»hindenburgig hingebrummt«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Auch Arno Schmidt, &#039;&#039;Aus dem Leben eines Fauns&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) &#039;&#039;»krautige Stille«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Paul Celan, aus dem Gedicht &#039;&#039;Schlickende&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) &#039;&#039;»Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Definitiv Jorge Luis Borges, &#039;&#039;Die Bibliothek von Babel&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) &#039;&#039;»Literatur für Idioten, denen das Fernsehen nicht genügt«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Heiner Müller, aus &#039;&#039;Ajax zum Beispiel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung von Kathrin Bettin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers in anderen Texten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt von Klavki noch ein kurzes Gedicht mit dem Titel „Schattendasein eines Wolkenhändlers“, erschienen in einer Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg-Vorpommern Risse [http://www.risse-mv.de/] , Heft 15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug (zweite Strophe):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nur noch: Schatten sein,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;stumme Töne handeln,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Träume schauen und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Halten:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;diese Höhe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Themen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Thematisierung des Wolkenhändlers als Figur, beinhaltet der gesamte Prosatext vor allem Kritik am Literaturbetrieb, indem er dessen drei literarische Grundregeln pointiert skizziert, kommentiert und dann selbstbezüglich vollständig unterwandert oder ins Maßlose übertreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Bilder. Benutzen sie mehr Bilder. 1. Regel: Sie MÜSSEN mehr Bilder benutzen!“, unterbricht mich der Literaturhauspapst – hindenburgisch hingebrummt dröhnt sein mittelschulkluger Mund &amp;amp; sein vornehmer Stuhl lehnt sich wieder leicht überlegen zurück: Geistiges Liliputgewieher!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Stop! Schreiben Sie so, dass man Sie versteht! Man muss Sie verstehen können. 2. Regel: Schreiben Sie in einfacher Sprache!“, sonort es salopp. Dolchig sitzt er mir gegenüber, dieser kulturübergewichtige Seufzerkoch. Und mir wird klar: Der Weg zur Hölle ist mit gutgemeinten Ratschlägen von Mitmenschen gepflastert.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»3. Regel: Lassen Sie niemals Ihre Hauptperson sterben.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem klingen poetologische Konzepte an: &#039;&#039;»Man sollte das Glas der Sprache zerbrechen, wenn Schreiben noch eine Zukunft haben soll.«&#039;&#039;, mitsamt utopisch-träumerischen Vorstellungen von einer idealeren Sprach-Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;ACHTUNG: IN BEARBEITUNG!&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1421</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1421"/>
		<updated>2011-12-15T16:05:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= &#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
[[kategorie:Klavki]]&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Versionen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pressestimmen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Der Wolkenhändler ist nicht nur ein Träumer, Phantast und gelegentlich Pessimist, er ist vor allem so belesen, dass schon seine eigene Sprache zu großen Teilen aus Literatur besteht oder Sätzen, die nach Literatur klingen. Die Übergänge sind fließend. Kundigen Bücherkonsumenten werden einige Originalzitate und Formulierungen auffallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiele:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) &#039;&#039;»Pass auf: Welche Stelle steht im Kant und welche Stelle ist Mist? A: Eine Einheit der Idee muss sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes der Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten dienen. Oder B: Die Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten muss einer Einheit der Idee sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes dienen.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Zu finden bei Arno Schmidt, &#039;&#039;Seelandschaft mit Pocahontas&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) &#039;&#039;»hindenburgig hingebrummt«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Auch Arno Schmidt, &#039;&#039;Aus dem Leben eines Fauns&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) &#039;&#039;»krautige Stille«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Paul Celan, aus dem Gedicht &#039;&#039;Schlickende&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) &#039;&#039;»Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Definitiv Jorge Luis Borges, &#039;&#039;Die Bibliothek von Babel&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung von Kathrin Bettin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers in anderen Texten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt von Klavki noch ein kurzes Gedicht mit dem Titel „Schattendasein eines Wolkenhändlers“, erschienen in einer Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg-Vorpommern Risse [http://www.risse-mv.de/] , Heft 15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug (zweite Strophe):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nur noch: Schatten sein,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;stumme Töne handeln,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Träume schauen und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Halten:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;diese Höhe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Themen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Thematisierung des Wolkenhändlers als Figur, beinhaltet der gesamte Prosatext vor allem Kritik am Literaturbetrieb, indem er dessen drei literarische Grundregeln pointiert skizziert, kommentiert und dann selbstbezüglich vollständig unterwandert oder ins Maßlose übertreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Bilder. Benutzen sie mehr Bilder. 1. Regel: Sie MÜSSEN mehr Bilder benutzen!“, unterbricht mich der Literaturhauspapst – hindenburgisch hingebrummt dröhnt sein mittelschulkluger Mund &amp;amp; sein vornehmer Stuhl lehnt sich wieder leicht überlegen zurück: Geistiges Liliputgewieher!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Stop! Schreiben Sie so, dass man Sie versteht! Man muss Sie verstehen können. 2. Regel: Schreiben Sie in einfacher Sprache!“, sonort es salopp. Dolchig sitzt er mir gegenüber, dieser kulturübergewichtige Seufzerkoch. Und mir wird klar: Der Weg zur Hölle ist mit gutgemeinten Ratschlägen von Mitmenschen gepflastert.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»3. Regel: Lassen Sie niemals Ihre Hauptperson sterben.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem klingen poetologische Konzepte an: &#039;&#039;»Man sollte das Glas der Sprache zerbrechen, wenn Schreiben noch eine Zukunft haben soll.«&#039;&#039;, mitsamt utopisch-träumerischen Vorstellungen von einer idealeren Sprach-Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;ACHTUNG: IN BEARBEITUNG!&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1415</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1415"/>
		<updated>2011-12-15T02:00:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Versionen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pressestimmen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Der Wolkenhändler ist nicht nur ein Träumer, Phantast und gelegentlich Pessimist, er ist vor allem so belesen, dass schon seine eigene Sprache zu großen Teilen aus Literatur besteht oder Sätzen, die nach Literatur klingen. Die Übergänge sind fließend. Kundigen Bücherkonsumenten werden einige Originalzitate und Formulierungen auffallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiele:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) &#039;&#039;»Pass auf: Welche Stelle steht im Kant und welche Stelle ist Mist? A: Eine Einheit der Idee muss sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes der Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten dienen. Oder B: Die Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten muss einer Einheit der Idee sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes dienen.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Zu finden bei Arno Schmidt, &#039;&#039;Seelandschaft mit Pocahontas&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) &#039;&#039;»hindenburgig hingebrummt«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Auch Arno Schmidt, &#039;&#039;Aus dem Leben eines Fauns&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) &#039;&#039;»krautige Stille«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Paul Celan, aus dem Gedicht &#039;&#039;Schlickende&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) &#039;&#039;»Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Definitiv Jorge Luis Borges, &#039;&#039;Die Bibliothek von Babel&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung von Kathrin Bettin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Themen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Thematisierung des Wolkenhändlers als Figur, beinhaltet der gesamte Prosatext vor allem Kritik am Literaturbetrieb, indem er dessen drei literarische Grundregeln pointiert skizziert, kommentiert und dann selbstbezüglich vollständig unterwandert oder ins Maßlose übertreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Bilder. Benutzen sie mehr Bilder. 1. Regel: Sie MÜSSEN mehr Bilder benutzen!“, unterbricht mich der Literaturhauspapst – hindenburgisch hingebrummt dröhnt sein mittelschulkluger Mund &amp;amp; sein vornehmer Stuhl lehnt sich wieder leicht überlegen zurück: Geistiges Liliputgewieher!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Stop! Schreiben Sie so, dass man Sie versteht! Man muss Sie verstehen können. 2. Regel: Schreiben Sie in einfacher Sprache!“, sonort es salopp. Dolchig sitzt er mir gegenüber, dieser kulturübergewichtige Seufzerkoch. Und mir wird klar: Der Weg zur Hölle ist mit gutgemeinten Ratschlägen von Mitmenschen gepflastert.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»3. Regel: Lassen Sie niemals Ihre Hauptperson sterben.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem klingen poetologische Konzepte an: &#039;&#039;»Man sollte das Glas der Sprache zerbrechen, wenn Schreiben noch eine Zukunft haben soll.«&#039;&#039;, mitsamt utopisch-träumerischen Vorstellungen von einer idealeren Sprach-Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;ACHTUNG: IN BEARBEITUNG!&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1414</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1414"/>
		<updated>2011-12-15T01:59:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Versionen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pressestimmen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Der Wolkenhändler ist nicht nur ein Träumer, Phantast und gelegentlich Pessimist, er ist vor allem so belesen, dass schon seine eigene Sprache zu großen Teilen aus Literatur besteht oder Sätzen, die nach Literatur klingen. Die Übergänge sind fließend. Kundigen Bücherkonsumenten werden einige Originalzitate und Formulierungen auffallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiele:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) &#039;&#039;»Pass auf: Welche Stelle steht im Kant und welche Stelle ist Mist? A: Eine Einheit der Idee muss sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes der Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten dienen. Oder B: Die Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten muss einer Einheit der Idee sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes dienen.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Zu finden bei Arno Schmidt, &#039;&#039;Seelandschaft mit Pocahontas&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) &#039;&#039;»hindenburgig hingebrummt«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Auch Arno Schmidt, &#039;&#039;Aus dem Leben eines Fauns&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) &#039;&#039;»krautige Stille«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Paul Celan, aus dem Gedicht &#039;&#039;Schlickende&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) &#039;&#039;»Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Definitiv Jorge Luis Borges, &#039;&#039;Die Bibliothek von Babel&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung von Kathrin Bettin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Themen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Thematisierung des Wolkenhändlers als Figur, beinhaltet der gesamte Prosatext vor allem Kritik am Literaturbetrieb, indem er dessen drei literarische Grundregeln pointiert skizziert, kommentiert und dann selbstbezüglich vollständig unterwandert oder ins Maßlose übertreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Bilder. Benutzen sie mehr Bilder. 1. Regel: Sie MÜSSEN mehr Bilder benutzen!“, unterbricht mich der Literaturhauspapst – hindenburgisch hingebrummt dröhnt sein mittelschulkluger Mund &amp;amp; sein vornehmer Stuhl lehnt sich wieder leicht überlegen zurück: Geistiges Liliputgewieher!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»„Stop! Schreiben Sie so, dass man Sie versteht! Man muss Sie verstehen können. 2. Regel: Schreiben Sie in einfacher Sprache!“, sonort es salopp. Dolchig sitzt er mir gegenüber, dieser kulturübergewichtige Seufzerkoch. Und mir wird klar: Der Weg zur Hölle ist mit gutgemeinten Ratschlägen von Mitmenschen gepflastert.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &#039;&#039;»3. Regel: Lassen Sie niemals Ihre Hauptperson sterben.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem klingen poetologische Konzepte an: &#039;&#039;»Man sollte das Glas der Sprache zerbrechen, wenn Schreiben noch eine Zukunft haben soll.«&#039;&#039;, mitsamt utopisch-träumerischer Vorstellungen von einer idealeren Sprach-Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;ACHTUNG: IN BEARBEITUNG!&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1413</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1413"/>
		<updated>2011-12-15T01:27:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Versionen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pressestimmen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Der Wolkenhändler ist nicht nur ein Träumer, Phantast und gelegentlich Pessimist, er ist vor allem so belesen, dass schon seine eigene Sprache zu großen Teilen aus Literatur besteht oder Sätzen, die nach Literatur klingen. Die Übergänge sind fließend. Kundigen Bücherkonsumenten werden einige Originalzitate und Formulierungen auffallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiele:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) &#039;&#039;»Pass auf: Welche Stelle steht im Kant und welche Stelle ist Mist? A: Eine Einheit der Idee muss sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes der Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten dienen. Oder B: Die Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten muss einer Einheit der Idee sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes dienen.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Zu finden bei Arno Schmidt, &#039;&#039;Seelandschaft mit Pocahontas&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) &#039;&#039;»hindenburgig hingebrummt«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Auch Arno Schmidt, &#039;&#039;Aus dem Leben eines Fauns&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) &#039;&#039;»krautige Stille«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Paul Celan, aus dem Gedicht &#039;&#039;Schlickende&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) &#039;&#039;»Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Definitiv Jorge Luis Borges, &#039;&#039;Die Bibliothek von Babel&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung von Kathrin Bettin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;ACHTUNG: IN BEARBEITUNG!&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1412</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1412"/>
		<updated>2011-12-15T01:20:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== &#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Auszug&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Versionen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pressestimmen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Figur des Wolkenhändlers&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern … &#039;&#039; &lt;br /&gt;
Der Wolkenhändler ist nicht nur ein Träumer, Phantast und gelegentlich Pessimist, er ist vor allem so belesen, dass schon seine eigene Sprache zu großen Teilen aus Literatur besteht oder Sätzen, die nach Literatur klingen. Die Übergänge sind fließend. Kundigen Bücherkonsumenten werden einige Originalzitate und Formulierungen auffallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiele:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) &#039;&#039;»Pass auf: Welche Stelle steht im Kant und welche Stelle ist Mist? A: Eine Einheit der Idee muss sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes der Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten dienen. Oder B: Die Kausalität einer gewissen Form des Zusammengesetzten muss einer Einheit der Idee sogar als Bestimmungsgrund a priori eines Naturgesetzes dienen.«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Zu finden bei Arno Schmidt, &#039;&#039;Seelandschaft mit Pocahontas&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) &#039;&#039;»hindenburgig hingebrummt«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Auch Arno Schmidt, &#039;&#039;Aus dem Leben eines Fauns&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) &#039;&#039;»krautige Stille«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Paul Celan, aus &#039;&#039;Schlickende&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) &#039;&#039;»Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!«&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Definitiv Jorge Luis Borges, &#039;&#039;Die Bibliothek von Babel&#039;&#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Zeichnung von Kathrin Bettin)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;ACHTUNG: IN BEARBEITUNG!&#039;&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1411</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1411"/>
		<updated>2011-12-15T01:05:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auszug:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Versionen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pressestimmen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler (Zeichnung von Kathrin Bettin):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACHTUNG: IN BEARBEITUNG! ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1410</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1410"/>
		<updated>2011-12-15T00:15:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auszug:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Versionen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pressestimmen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler (Zeichnung von Kathrin Bettin):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACHTUNG: IN BEARBEITUNG! ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1409</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1409"/>
		<updated>2011-12-15T00:15:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum - ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki; und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auszug:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Versionen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pressestimmen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler (Zeichnung):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolkenhändler1.jpg]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACHTUNG: IN BEARBEITUNG! ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1407</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1407"/>
		<updated>2011-12-14T23:39:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichters [[Klavki]] und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auszug:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Versionen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pressestimmen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACHTUNG: IN BEARBEITUNG! ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1406</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1406"/>
		<updated>2011-12-14T23:37:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichter Klavki und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auszug:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Versionen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pressestimmen:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das Klavkische Wirkungsquantum: „Ich schrieb und schrieb und schrie und schreie und schreibe ...“, mit solcher Ellipse auf kleinstmöglichem sprachlichen Quantensprung hebt der Sieger-Text beim Prinz Willy Prosa Cup an. Ein Text weit entfernt vom wörtchenden Wirkungstrinken bei Poetry Slams, wo oft die Performance mehr zählt als die Poesie – ein Text von Klavki. [...]&lt;br /&gt;
„Verdachtszauber“, „Paradoxonrhetorik“ „wahrheitsgewortspielt“ gegen das „Liliputgewieher“ der Literaturhäuschenverwalter trägt am Ende den Sieg davon. Das Klavkische Wirkungsquantum ist ähnlich revolutionär wie seinerzeit das Heisenbergsche in der Physik. Hier ist ein zukünftig Großer am Wortwehr und -werk, der selbstkritisch meint, er habe damit nur auf publikumsrelevante Wirkung geschrieben. Doch so poetologisch manifesthaft schwerverdaulich seine Philippika gegen das Bilder und vordergründigen Sinn Machen der Literatur ist, so einnehmend wirkt sie auf gebannte Zuhörer. Keine Performance-Leistung, sondern eine der Poesie, deren sackgassiger Verborgenheitswille so manchen fasziniert und für Klavki stimmen lässt. Ein Sieg für qualitative Literatur – und nicht zuletzt für die Veranstalter assembleART, die die Kieler Literaturen mit dem Prosa Cup wirksam voran gebracht haben.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kieler Nachrichten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACHTUNG: IN BEARBEITUNG! ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1405</id>
		<title>Der Wolkenhändler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Der_Wolkenh%C3%A4ndler&amp;diff=1405"/>
		<updated>2011-12-14T23:24:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Wolkenhändler – Klavki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  „Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichter Klavki und wurde unter andere…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der Wolkenhändler – Klavki&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Wolkenhändler“ ist Titel sowie (eine) Hauptfigur eines Prosatextes des Kieler Dichter Klavki und wurde unter anderem auf Poetry Slams vorgetragen, wo er den ersten Preis gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehungsanekdote:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich ist „Der Wolkenhändler“ eine Notlüge gewesen. Sie diente Klavki (alias Oliver Eufinger) als Vorwand, seinen besten Freund H. nach Rostock zu locken. Da H. nicht glauben wollte, dass Klavki geheiratet hatte und ihn aus diesen Gründen zu sich einlud, erfand Klavki die anscheinend glaubwürdigere Geschichte, dass er eine Freundschaftshymne auf seinen besten Freund geschrieben hätte mit dem Titel „Der Wolkenhändler“ und ihn eigentlich damit bei einer Lesung überraschen wollte. &lt;br /&gt;
H. reiste also glücklich und erwartungsfroh nach Rostock und erzählte bereits im Zug dahin, später in Rostocker Kneipen und Bars  dutzenden Leuten, dass es einen literarischen Text über ihn namens „Der Wolkenhändler“ gebe und doch alle mit ins Literaturhaus Rostock kommen sollten, um ihn sich anzuhören. &lt;br /&gt;
Wie H. zur Wahrheit fand und reagierte, ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden… Aber plötzlich geisterte in den Köpfen der Menschen die Idee vom „Wolkenhändler“ herum ohne, dass er in Wirklichkeit existierte. Das faszinierte Klavki und mit den Gedanken, tatsächlich eine Art Hommage auf seinen Freund zu schreiben, entstand die erste Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auszug:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;»Ach, weißt du, Klavki« – und er sagte vorneweg immer: »Klavki: Die Beweise für den Tod sind doch rein statistisch und jeder von uns läuft Gefahr, der erste Unsterbliche zu sein!« So war er. Meistens trafen wir uns in der Kneipe; schwatzten und tranken. Er war beileibe kein Weinkenner, aber umso mehr ein außerordentlicher Weintrinker. Er hatte die Gicht in den Fingern und die Gischt im Hirn: »Klavki, ich finde, Geistesgesundheit ist eine Art Stumpfsinn. Wag es doch mal ernsthaft zum Gegenwärtigen passend zu denken! Die Welt ist doch selbst in allen Fürzen gerecht. Mir scheint, dass die Menschen mehr Schuldgefühle über Erdbeben empfinden als über Kriege, die sie selber anzetteln. Die Welt ist verrückt: Ich zum Beispiel sammle Schimpfworte aus abgelegenen und wenig bekannten Sprachen, wenn ich träume, träume ich von destilliertem Wasser, außerdem verbiete ich Menschen vor mir Worte wie „Mehlschwitze“ zu verwenden. Manchmal habe ich das Bedürfnis, aus Leibeskräften FALSCH zu singen oder mir in aller Ruhe ein Werbeplakat anzuschauen. Ich möchte genau dann aus meiner Wohnung ausziehen, wenn alle mein Weingläser zerbrochen sind. Ich möchte am Meer sitzen, ohne es zu brauchen. Ich habe die Angewohnheit, selbst in einem stummen Selbstgespräch mit mir rhetorisch zu werden. Ich habe das Gefühl von Henkersmahlzeit, wenn ich Gummipflanzen sehe. Ich finde, man sollte anstatt dreimal zu überlegen, ob man anruft, dreimal anrufen. Ich würde gern meine Freunde vererben und ich weiß, dass man in zwei Minuten alles verschweigen kann, was es zu sagen gibt. Es ist eine krautige Stille in Deutschland, Klavki!, und den klugen Dingen in diesem Land fehlt meistens die Sehnsucht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Tja, Wünsche allein sind noch kein Leben. Aber wer zu verzichten erst mal angefangen hat, der ist auf Ungerechtigkeiten festgelegt, wer in die Erdgebundenheit zurückfällt, der gibt damit auch die Schwerelosigkeit auf. Deswegen sollten wir unseren Sünden immer um Haaresbreite zuvorkommen, unsere Wünsche satteln, unsere Träume pflücken, von Zeit zu Zeit unsere Stiefel voll Hirn in den Regen stellen, damit es ein Gehen wird, ein Großes, weit über die Grenzen, die sie uns sonst ziehen hinaus – immer die Auflehnung vor uns her atmend, immer bis zum ungenießbaren Kern eines  Gedankens vorstoßend, immer wissend, jeder Mensch ist der Beste  in seiner Haut, immer wissend, Erfahrung ist immer eine Parodie auf die Idee, frei nach Shakespeare leben: Tu Gutes und wirf es ins  Wasser, frei nach der Devise, ich bin nicht, was ich bin, ich bin, was  ich tue, und frei nach dem Motto, wir dürfen unser Leben nicht  beschreiben wie wir es leben, sondern müssen es so leben, wie wir  es erzählen würden … Sag mir, Klavki: Wann warst du das letzte Mal atemlos – vom Denken?«&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gerade eben, hätte ich gern gesagt. Aber er sprach immer so und ich wusste nicht, sprach er nur wie ein Buch oder sprach er durch Bücher oder sprach er wie aus Büchern …&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Versionen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Es ist Zeit einen Punkt zu machen, über den kein Wort hinausreicht. Nur noch die weiße Fläche wächst.« &lt;br /&gt;
Klavki ist bekannt dafür gewesen, dass seine Texte selten zu einer Endfassung gelangt sind, sondern immer wieder im Laufe der Jahre abgeändert und entwickelt wurden. Mit seinem Tod ist dieser Gestaltungswandel nun zu Ende. &lt;br /&gt;
Die Fassungen, auf die derzeit zurückgegriffen werden kann, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die aufgezeichnete Livelesung [http://www.schwungkunst.de/mp3/forum_der_13_liest/luna_060810/luna6_klavki.mp3] vom Forum der 13. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Im Eigendruck erschienen (vergriffen). Klavki: Der Wolkenhändler. Kiel, 3. (unveränderte) Auflage 2009, kielstehtauf. Mit Zeichnungen von Kathrin Bettin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sehr frühe, verkürzte Version (und schlecht von den Betreibern der Seite abgetippt, siehe Rechtschreib- und Kommatafehler!) zu finden auf: www.literatur.ch [http://www.literatur.ch/Saemtliche-Beitraege.155.0.html?uid=1227&amp;amp;L=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ACHTUNG: IN BEARBEITUNG! ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Ann_Cotten&amp;diff=811</id>
		<title>Ann Cotten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Ann_Cotten&amp;diff=811"/>
		<updated>2011-09-15T18:12:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Dieser Artikel behandelt &#039;&#039;Ann Cotten&#039;&#039;, eine fiktive (1) Figur aus dem 2010 im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch „Florida-Räume“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Autorin siehe Ann Cotten [http://lyrik.no-ip.org/mediawiki/index.php/Cotten,_Ann].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Cotten, Ann&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Ann Cotton ist die siebente in einer Reihe fiktiver Autoren, die auf ein Inserat „Mit Schreiben Geld verdienen?“ reagiert haben und deren Texte in dem Buch „Florida-Räume“ versammelt sind. Unter den zehn erfundenen Charakteren befinden sich auch [[Bettine]], [[Bettines Mutter]], [[Kraussers Clemens]], [[Amun]] und [[Ein 200-kg-Tierfreund]]. Auffällig an der Figur Ann Cotten ist die Übereinstimmung ihres Namens mit dem der Autorin [http://lyrik.no-ip.org/mediawiki/index.php/Cotten,_Ann] des Buches. Bei ihren Zuschriften handelt es sich um Gedichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Figur&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einiges stellt sich einer lehrbuchhaften Charakterisierung in den Weg:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Ann Cotten ist keine literarische Figur innerhalb eines erzählenden Kontextes, tritt also nicht als handelnde und somit zu beobachtende Person in einem Prosa- oder Dramentext auf. Deshalb kann man sich ihr nur nähern, indem man die Sprachhaltung ihrer Gedichte untersucht. Aber inwiefern ist es möglich, vom Kunstprodukt auf den Produzenten zu schließen, vor allem, wenn dieser fiktiv ist? &lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite könnte diese fiktive Autorin damit erreicht haben, was nur wenigen echten Dichtern gelingt: die vollständige Verschmelzung vom Künstler mit seiner Kunst oder auch: die absolute Reduktion des Autors auf den Text. „Ziel? Wegzugehen ins Wort.“, formulierte es einmal [[Klavki]], ein Kieler Dichter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Jedem fiktiven Dichter in diesem Band „Florida-Räume“ wird eine kurze Vorstellung vorangestellt. Für gewöhnlich werden bei Charakterisierungen auch die Äußerungen, die Reaktionen, das Verhalten von anderen Personen herangezogen, um etwas über die Figur zu erfahren - hier etwa vom ebenfalls fiktiven Herausgeber. Seine Sätze für eine Charakterisierung Ann Cottens zu nutzen ist jedoch problematisch:&lt;br /&gt;
Bleibt man innerhalb des fiktiven Rahmens, so lässt sich sein Beitrag nur als Sekundärquelle gebrauchen – er reflektiert aus einer bereits distanzierten Lese-Perspektive über das selbe Wortmaterial, das der Leser ebenfalls zu untersuchen hätte. Es bliebe nur die Möglichkeit, ihm zu widersprechen oder zuzustimmen, er eignet sich als Rezipient jedoch wenig zur Komplettierung des Charakters Ann Cotten, kennt er sie doch so wenig persönlich wie der Leser – sondern auch nur über die eingereichten Gedichte.&lt;br /&gt;
Verlässt man den Rahmen jedoch und betrachtet beide fiktive Figuren als Produkt einer Autorin, muss man den Herausgeber insofern ernst nehmen, als er als Hinweis- und Stichwortgeber von der Autorin bewusst platziert worden ist(2). Er kann doch mehr „wissen“ als der Leser und sei es nur in seiner Tätigkeit der Selektion, denn: wer ernsthaft über eine Ausstellung reden will, muss immer den Teil bedenken, der nicht ausgestellt wird. Wie sollte man sonst Auswahl erkennen?&lt;br /&gt;
Wenn man das wörtlich nimmt, lässt sich feststellen, dass Ann Cotten die Autorin ist, deren Gedichte unter den „etwa sieben Prozent“ (S.9) der brauchbaren Texte (nach Meinung des Herausgebers) zu finden sind – sie zeichnen sich demnach aus gegenüber einer dem Leser unbekannten, großen Masse abgelehnter Zuschriften. &lt;br /&gt;
Zweitens behauptet der Herausgeber, dass Begleitschreiben aller Autoren von einer Kollegin F vernichtet wurden, weil jeder (somit auch Ann Cotten) „seine Methode gefunden [hatte], sich und sein Werk zu verraten“ (S. 19).&lt;br /&gt;
Wir lesen von der fiktiven Dichterin also nicht einmal alles, was sie selbst geschrieben und veröffentlichen wollte – demnach wieder nur eine Auswahl.&lt;br /&gt;
In der Einführung wird Ann Cotten als eine Lyrikerin vorgestellt, die sich selbst klein macht, nichts wagt und wartet, zagt und zaudert, flüchtet, keinen Mut hat, sich gehen lässt und gelegentlich mit dem All in Kontakt tritt (S. 203).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Wie eingangs erwähnt ließe sich eigentlich nur anhand der Sprachhaltung etwas über Ann Cotten aussagen. Aber von einem einheitlichen Stil lässt sich zunächst gar nicht sprechen, zumindest nicht formal. Die elf abgedruckten Gedichte unterscheiden sich wesentlich voneinander in Strophenaufbau, Länge, Reim, Rhythmus, Satzzeichen- und Fremdsprachenpräsenz, Titelexistenz, Syntax … etc. Man gewinnt den Eindruck, es handele sich hier bei manchen um Parodie- oder Pasticheversuche (3), je nachdem, wie lächerlich oder ernst eine bestimmte Gedichtart vorgeführt wird; bzw. es werden bewusst misslungene oder unfertige Gedichten gezeigt. Zuweilen glaubt der Leser, einen bestimmten Dichter ganz deutlich aufblitzen zu sehen, zum Beispiel aus dem Forum der 13(4).&lt;br /&gt;
Dennoch lassen sich auch gedichtübergreifende Merkmale beobachten, die sich vielleicht als Cotten-Stil bezeichnen ließen:&lt;br /&gt;
Ein Faible für lange, über Strophen hinweggehende, häufende Sätze; eine jugendhafte Verknappungstendenz, also der Trend etwas äußerst salopp auszudrücken („Nietzsche ist super, wenn man oben ist.“, „Wörter ich mag sie nicht/ besonders.“), abzukürzen (Gedichte: „mit Zeilen und so“) oder im sich oft wiederholten „und so“ aufzusummieren. Starker Gebrauch von Umgangssprache, ein häufig präsentes, betrachtendes Ich, eine coole Unverbindlichkeit zu den Dingen, Understatement.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ann Cotten – fiktiv oder nicht?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwieweit Autorin und Figur deckungsgleich sind, bleibt eine wichtige Frage. &lt;br /&gt;
Im Forum der 13 [http://www.forum-der-13.de/], dessen Mitglied die „echte“ Autorin gewesen ist, findet sich ein Beitrag [http://www.forum-der-13.de/seiten/fd13.php?session=1315673777&amp;amp;comm=4494] von René Hamann am 15. August 2006, in dem Ann Cotten folgendermaßen zitiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich wurde nach &amp;quot;am besten etwas Autobiographischem&amp;quot; gefragt &amp;amp; stelle, etwas ratlos, im folgenden einen Minisampler zusammen, der zur Darstellung meiner Person &amp;amp; meines Schreibens geeignet erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUF FÜHLSONDAGE MIT DEM WELTALL / EINWÄHLEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wiegen (tch, tch) und nicken und (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so (tch) weiter, nicht? (tch tch tch) wie genau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich (tch) und du und das (tch tch) der (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Straße und (tch) Müllabfuhr, Kühlschrank&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) und alles was Lärm macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) und Bier (tch) auch wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) syntaktisch Syntax, sehr be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch) kloppt (tch) und ich (tch) mich verlöre,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wer (tch) sich gehörte, nicht? (tch) hörte (tch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tch tch tch tch) ihr schreiben wäre (tch) wie ich (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
froh dass es vorüber (tch tch tch tch)&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das selbe Gedicht, ohne Änderungen, dass auch die Figur Ann Cotten in „Florida-Räume“ veröffentlicht hat. Heißt das, fiktive Autorin und Autorin des Buches müssen doch in eins gesetzt werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Distanzierung als ästhetischer Freiheitsbeweis?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Prosa weiß man, dass Autoren seit einigen Jahrhunderten immer wieder neue Mittel gefunden haben, ihr Werk in Distanz zu sich selbst zu setzen, um es umso mehr als Kunst zu kennzeichnen (nach dem Motto: je entfernter das Produkt vom Menschen, desto kunst) – zwischen Ann Cotten und Ann Cotten (Autorin) gibt es einige Distanzierungsschritte. Die Frage ist: wieso?&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Mögliche Erklärungen folgen später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Siehe: Ann Cotten - fiktiv oder nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Womöglich ist er der wichtigste Protagonist des Buches – denn an ihm wird Reflexionsvermögen, Urteilskraft und Selektionsverhalten eines Herausgebers demonstriert, vielleicht gar in kritischer Absicht der Autorin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Man könnte auch sagen, was Bertram Reinecke hier [http://lyrikzeitung.com/2011/09/10/44-das-gesicht-des-gegenwartsgedichts/] als Gesicht des Gegenwartsgedichts beschreibt, &#039;&#039;zeigt&#039;&#039; Ann Cotten in „Florida-Räume“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) Um die Zeit, als Ann Cotten im Forum der 13 aktives Mitglied war, fanden sich im Netz wiederholt abgewandelte Varianten von Gedichten anderer Mitglieder. Die Namen und Gedichttitel wurden leicht verfälscht (Klavki zu Klapsi, sein Gedicht „Meine Stadt“ zu „Keine Slut“, etc.)  aber gaben einen deutlichen Hinweis darauf, wer hier parodiert wurde. Leider sind diese Gedichte aus dem Netz verschwunden, aber man munkelt, dass sie von Ann Cotten geschrieben wurden und sie sich damals schon in dieser Technik geübt hat. Dass es Unstimmigkeiten im Forum gab, ist bekannt. Beweisen lässt sich nichts, nur intensive Lektüre lässt erahnen. Die sei jedem selbst überlassen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Ann_Cotten&amp;diff=810</id>
		<title>Ann Cotten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Ann_Cotten&amp;diff=810"/>
		<updated>2011-09-15T18:05:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Dieser Artikel behandelt &#039;&#039;Ann Cotten&#039;&#039;, eine fiktive (1) Figur aus dem 2010 im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch „Florida-Räume“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Autorin siehe Ann Cotten [http://lyrik.no-ip.org/mediawiki/index.php/Cotten,_Ann].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Cotten, Ann&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Ann Cotton ist die siebente in einer Reihe fiktiver Autoren, die auf ein Inserat „Mit Schreiben Geld verdienen?“ reagiert haben und deren Texte in dem Buch „Florida-Räume“ versammelt sind. Unter den zehn erfundenen Charakteren befinden sich auch [[Bettine]], [[Bettines Mutter]], [[Kraussers Clemens]], [[Amun]] und [[Ein 200-kg-Tierfreund]]. Auffällig an der Figur Ann Cotten ist die Übereinstimmung ihres Namens mit dem der Autorin [http://lyrik.no-ip.org/mediawiki/index.php/Cotten,_Ann] des Buches. Bei ihren Zuschriften handelt es sich um Gedichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Figur&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einiges stellt sich einer lehrbuchhaften Charakterisierung in den Weg:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Ann Cotten ist keine literarische Figur innerhalb eines erzählenden Kontextes, tritt also nicht als handelnde und somit zu beobachtende Person in einem Prosa- oder Dramentext auf. Deshalb kann man sich ihr nur nähern, indem man die Sprachhaltung ihrer Gedichte untersucht. Aber inwiefern ist es möglich, vom Kunstprodukt auf den Produzenten zu schließen, vor allem, wenn dieser fiktiv ist? &lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite könnte diese fiktive Autorin damit erreicht haben, was nur wenigen echten Dichtern gelingt: die vollständige Verschmelzung vom Künstler mit seiner Kunst oder auch: die absolute Reduktion des Autors auf den Text. „Ziel? Wegzugehen ins Wort.“, formulierte es einmal [[Klavki]], ein Kieler Dichter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Jedem fiktiven Dichter in diesem Band „Florida-Räume“ wird eine kurze Vorstellung vorangestellt. Für gewöhnlich werden bei Charakterisierungen auch die Äußerungen, die Reaktionen, das Verhalten von anderen Personen herangezogen, um etwas über die Figur zu erfahren - hier etwa vom ebenfalls fiktiven Herausgeber. Seine Sätze für eine Charakterisierung Ann Cottens zu nutzen ist jedoch problematisch:&lt;br /&gt;
Bleibt man innerhalb des fiktiven Rahmens, so lässt sich sein Beitrag nur als Sekundärquelle gebrauchen – er reflektiert aus einer bereits distanzierten Lese-Perspektive über das selbe Wortmaterial, das der Leser ebenfalls zu untersuchen hätte. Es bliebe nur die Möglichkeit, ihm zu widersprechen oder zuzustimmen, er eignet sich als Rezipient jedoch wenig zur Komplettierung des Charakters Ann Cotten, kennt er sie doch so wenig persönlich wie der Leser – sondern auch nur über die eingereichten Gedichte.&lt;br /&gt;
Verlässt man den Rahmen jedoch und betrachtet beide fiktive Figuren als Produkt einer Autorin, muss man den Herausgeber insofern ernst nehmen, als er als Hinweis- und Stichwortgeber von der Autorin bewusst platziert worden ist(2). Er kann doch mehr „wissen“ als der Leser und sei es nur in seiner Tätigkeit der Selektion, denn: wer ernsthaft über eine Ausstellung reden will, muss immer den Teil bedenken, der nicht ausgestellt wird. Wie sollte man sonst Auswahl erkennen?&lt;br /&gt;
Wenn man das wörtlich nimmt, lässt sich feststellen, dass Ann Cotten die Autorin ist, deren Gedichte unter den „etwa sieben Prozent“ (S.9) der brauchbaren Texte (nach Meinung des Herausgebers) zu finden sind – sie zeichnen sich demnach aus gegenüber einer dem Leser unbekannten, großen Masse abgelehnter Zuschriften. &lt;br /&gt;
Zweitens behauptet der Herausgeber, dass Begleitschreiben aller Autoren von einer Kollegin F vernichtet wurden, weil jeder (somit auch Ann Cotten) „seine Methode gefunden [hatte], sich und sein Werk zu verraten“ (S. 19).&lt;br /&gt;
Wir lesen von der fiktiven Dichterin also nicht einmal alles, was sie selbst geschrieben und veröffentlichen wollte – demnach wieder nur eine Auswahl.&lt;br /&gt;
In der Einführung wird Ann Cotten als eine Lyrikerin vorgestellt, die sich selbst klein macht, nichts wagt und wartet, zagt und zaudert, flüchtet, keinen Mut hat, sich gehen lässt und gelegentlich mit dem All in Kontakt tritt (S. 203).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Wie eingangs erwähnt ließe sich eigentlich nur anhand der Sprachhaltung etwas über Ann Cotten aussagen. Aber von einem einheitlichen Stil lässt sich zunächst gar nicht sprechen, zumindest nicht formal. Die elf abgedruckten Gedichte unterscheiden sich wesentlich voneinander in Strophenaufbau, Länge, Reim, Rhythmus, Satzzeichen- und Fremdsprachenpräsenz, Titelexistenz, Syntax … etc. Man gewinnt den Eindruck, es handele sich hier bei manchen um Parodie- oder Pasticheversuche (3), je nachdem, wie lächerlich oder ernst eine bestimmte Gedichtart vorgeführt wird; bzw. es werden bewusst misslungene oder unfertige Gedichten gezeigt. Zuweilen glaubt der Leser, einen bestimmten Dichter ganz deutlich aufblitzen zu sehen, zum Beispiel aus dem Forum der 13(4).&lt;br /&gt;
Dennoch lassen sich auch gedichtübergreifende Merkmale beobachten, die sich vielleicht als Cotten-Stil bezeichnen ließen:&lt;br /&gt;
Ein Faible für lange, über Strophen hinweggehende, häufende Sätze; eine jugendhafte Verknappungstendenz, also der Trend etwas äußerst salopp auszudrücken („Nietzsche ist super, wenn man oben ist.“, „Wörter ich mag sie nicht/ besonders.“), abzukürzen (Gedichte: „mit Zeilen und so“) oder im sich oft wiederholten „und so“ aufzusummieren. Starker Gebrauch von Umgangssprache, ein häufig präsentes, betrachtendes Ich, eine coole Unverbindlichkeit zu den Dingen, Understatement.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ann Cotten – fiktiv oder nicht?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwieweit Autorin und Figur deckungsgleich sind, bleibt eine wichtige Frage. &lt;br /&gt;
Im Forum der 13 [http://www.forum-der-13.de/], dessen Mitglied die „echte“ Autorin gewesen ist, findet sich ein Beitrag [http://www.forum-der-13.de/seiten/fd13.php?session=1315673777&amp;amp;comm=4494] von René Hamann am 15. August 2006, in dem Ann Cotten folgendermaßen zitiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich wurde nach &amp;quot;am besten etwas Autobiographischem&amp;quot; gefragt &amp;amp; stelle, etwas ratlos, im folgenden einen Minisampler zusammen, der zur Darstellung meiner Person &amp;amp; meines Schreibens geeignet erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUF FÜHLSONDAGE MIT DEM WELTALL / EINWÄHLEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wiegen (tch, tch) und nicken und (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so (tch) weiter, nicht? (tch tch tch) wie genau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich (tch) und du und das (tch tch) der (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Straße und (tch) Müllabfuhr, Kühlschrank&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) und alles was Lärm macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) und Bier (tch) auch wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) syntaktisch Syntax, sehr be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch) kloppt (tch) und ich (tch) mich verlöre,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wer (tch) sich gehörte, nicht? (tch) hörte (tch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tch tch tch tch) ihr schreiben wäre (tch) wie ich (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
froh dass es vorüber (tch tch tch tch)&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das selbe Gedicht, ohne Änderungen, dass auch die Figur Ann Cotten in „Florida-Räume“ veröffentlicht hat. Heißt das, fiktive Autorin und Autorin des Buches müssen doch in eins gesetzt werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Distanzierung als ästhetischer Freiheitsbeweis?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Prosa weiß man, dass Autoren seit einigen Jahrhunderten immer wieder neue Mittel gefunden haben, ihr Werk in Distanz zu sich selbst zu setzen, um es umso mehr als Kunst zu kennzeichnen (nach dem Motto: je entfernter das Produkt vom Menschen, desto kunst) – zwischen Ann Cotten und Ann Cotten (Autorin) gibt es einige Distanzierungsschritte. Die Frage ist: wieso?&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Mögliche Erklärungen folgen später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Siehe: Ann Cotten - fiktiv oder nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Womöglich ist er der wichtigste Protagonist des Buches – denn an ihm wird Reflexionsvermögen, Urteilskraft und Selektionsverhalten eines Herausgebers demonstriert, vielleicht gar in kritischer Absicht der Autorin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Man könnte auch sagen, was Bertram Reinecke hier [http://lyrikzeitung.com/2011/09/10/44-das-gesicht-des-gegenwartsgedichts/] als Gesicht des Gegenwartsgedichts beschreibt, zeigt Ann Cotten in „Florida-Räume“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) Um die Zeit, als Ann Cotten im Forum der 13 aktives Mitglied war, fanden sich im Netz wiederholt abgewandelte Varianten von Gedichten anderer Mitglieder. Die Namen und Gedichttitel wurden leicht verfälscht (Klavki zu Klapsi, sein Gedicht „Meine Stadt“ zu „Keine Slut“, etc.)  aber gaben einen deutlichen Hinweis darauf, wer hier parodiert wurde. Leider sind diese Gedichte aus dem Netz verschwunden, aber man munkelt, dass sie von Ann Cotten geschrieben wurden und sie sich damals schon in dieser Technik geübt hat. Dass es Unstimmigkeiten im Forum gab, ist bekannt. Beweisen lässt sich nichts, nur intensive Lektüre lässt erahnen. Die sei jedem selbst überlassen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Ann_Cotten&amp;diff=809</id>
		<title>Ann Cotten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://lyrikwiki.de/mediawiki/index.php?title=Ann_Cotten&amp;diff=809"/>
		<updated>2011-09-15T18:02:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christiane: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;   Dieser Artikel behandelt &amp;#039;&amp;#039;Ann Cotten&amp;#039;&amp;#039;, eine fiktive (1) Figur aus dem 2010 im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch „Florida-Räume“.  Für die Autorin si…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Dieser Artikel behandelt &#039;&#039;Ann Cotten&#039;&#039;, eine fiktive (1) Figur aus dem 2010 im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch „Florida-Räume“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Autorin siehe Ann Cotten [http://lyrik.no-ip.org/mediawiki/index.php/Cotten,_Ann].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Cotten, Ann&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
Ann Cotton ist die siebente in einer Reihe fiktiver Autoren, die auf ein Inserat „Mit Schreiben Geld verdienen?“ reagiert haben und deren Texte in dem Buch „Florida-Räume“ versammelt sind. Unter den zehn erfundenen Charakteren befinden sich auch [[Bettine]], [[Bettines Mutter]], [[Kraussers Clemens]], [[Amun]] und [[Ein 200-kg-Tierfreund]]. Auffällig an der Figur Ann Cotten ist die Übereinstimmung ihres Namens mit dem der Autorin [http://lyrik.no-ip.org/mediawiki/index.php/Cotten,_Ann] des Buches. Bei ihren Zuschriften handelt es sich um Gedichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Figur&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einiges stellt sich einer lehrbuchhaften Charakterisierung in den Weg:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Ann Cotten ist keine literarische Figur innerhalb eines erzählenden Kontextes, tritt also nicht als handelnde und somit zu beobachtende Person in einem Prosa- oder Dramentext auf. Deshalb kann man sich ihr nur nähern, indem man die Sprachhaltung ihrer Gedichte untersucht. Aber inwiefern ist es möglich, vom Kunstprodukt auf den Produzenten zu schließen, vor allem, wenn dieser fiktiv ist? &lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite könnte diese fiktive Autorin damit erreicht haben, was nur wenigen echten Dichtern gelingt: die vollständige Verschmelzung vom Künstler mit seiner Kunst oder auch: die absolute Reduktion des Autors auf den Text. „Ziel? Wegzugehen ins Wort.“, formulierte es einmal [[Klavki]], ein Kieler Dichter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Jedem fiktiven Dichter in diesem Band „Florida-Räume“ wird eine kurze Vorstellung vorangestellt. Für gewöhnlich werden bei Charakterisierungen auch die Äußerungen, die Reaktionen, das Verhalten von anderen Personen herangezogen, um etwas über die Figur zu erfahren - hier etwa vom ebenfalls fiktiven Herausgeber. Seine Sätze für eine Charakterisierung Ann Cottens zu nutzen ist jedoch problematisch:&lt;br /&gt;
Bleibt man innerhalb des fiktiven Rahmens, so lässt sich sein Beitrag nur als Sekundärquelle gebrauchen – er reflektiert aus einer bereits distanzierten Lese-Perspektive über das selbe Wortmaterial, das der Leser ebenfalls zu untersuchen hätte. Es bliebe nur die Möglichkeit, ihm zu widersprechen oder zuzustimmen, er eignet sich als Rezipient jedoch wenig zur Komplettierung des Charakters Ann Cotten, kennt er sie doch so wenig persönlich wie der Leser – sondern auch nur über die eingereichten Gedichte.&lt;br /&gt;
Verlässt man den Rahmen jedoch und betrachtet beide fiktive Figuren als Produkt einer Autorin, muss man den Herausgeber insofern ernst nehmen, als er als Hinweis- und Stichwortgeber von der Autorin bewusst platziert worden ist(2). Er kann doch mehr „wissen“ als der Leser und sei es nur in seiner Tätigkeit der Selektion, denn: wer ernsthaft über eine Ausstellung reden will, muss immer den Teil bedenken, der nicht ausgestellt wird. Wie sollte man sonst Auswahl erkennen?&lt;br /&gt;
Wenn man das wörtlich nimmt, lässt sich feststellen, dass Ann Cotten die Autorin ist, deren Gedichte unter den „etwa sieben Prozent“ (S.9) der brauchbaren Texte (nach Meinung des Herausgebers) zu finden sind – sie zeichnen sich demnach aus gegenüber einer dem Leser unbekannten, großen Masse abgelehnter Zuschriften. &lt;br /&gt;
Zweitens behauptet der Herausgeber, dass Begleitschreiben aller Autoren von einer Kollegin F vernichtet wurden, weil jeder (somit auch Ann Cotten) „seine Methode gefunden [hatte], sich und sein Werk zu verraten“ (S. 19).&lt;br /&gt;
Wir lesen von der fiktiven Dichterin also nicht einmal alles, was sie selbst geschrieben und veröffentlichen wollte – demnach wieder nur eine Auswahl.&lt;br /&gt;
In der Einführung wird Ann Cotten als eine Lyrikerin vorgestellt, die sich selbst klein macht, nichts wagt und wartet, zagt und zaudert, flüchtet, keinen Mut hat, sich gehen lässt und gelegentlich mit dem All in Kontakt tritt (S. 203).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-  Wie eingangs erwähnt ließe sich eigentlich nur anhand der Sprachhaltung etwas über Ann Cotten aussagen. Aber von einem einheitlichen Stil lässt sich zunächst gar nicht sprechen, zumindest nicht formal. Die elf abgedruckten Gedichte unterscheiden sich wesentlich voneinander in Strophenaufbau, Länge, Reim, Rhythmus, Satzzeichen- und Fremdsprachenpräsenz, Titelexistenz, Syntax … etc. Man gewinnt den Eindruck, es handele sich hier bei manchen um Parodie- oder Pasticheversuche (3), je nachdem, wie lächerlich oder ernst eine bestimmte Gedichtart vorgeführt wird; bzw. es werden bewusst misslungene oder unfertige Gedichten gezeigt. Zuweilen glaubt der Leser, einen bestimmten Dichter ganz deutlich aufblitzen zu sehen, zum Beispiel aus dem Forum der 13(4).&lt;br /&gt;
Dennoch lassen sich auch gedichtübergreifende Merkmale beobachten, die sich vielleicht als Cotten-Stil bezeichnen ließen:&lt;br /&gt;
Ein Faible für lange, über Strophen hinweggehende, häufende Sätze; eine jugendhafte Verknappungstendenz, also der Trend etwas äußerst salopp auszudrücken („Nietzsche ist super, wenn man oben ist.“, „Wörter ich mag sie nicht/ besonders.“), abzukürzen (Gedichte: „mit Zeilen und so“) oder im sich oft wiederholten „und so“ aufzusummieren. Starker Gebrauch von Umgangssprache, ein häufig präsentes, betrachtendes Ich, eine coole Unverbindlichkeit zu den Dingen, Understatement.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ann Cotten – fiktiv oder nicht?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwieweit Autorin und Figur deckungsgleich sind, bleibt eine wichtige Frage. &lt;br /&gt;
Im Forum der 13 [http://www.forum-der-13.de/], dessen Mitglied die „echte“ Autorin gewesen ist, findet sich ein Beitrag [http://www.forum-der-13.de/seiten/fd13.php?session=1315673777&amp;amp;comm=4494] von René Hamann am 15. August 2006, in dem Ann Cotten folgendermaßen zitiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich wurde nach &amp;quot;am besten etwas Autobiographischem&amp;quot; gefragt &amp;amp; stelle, etwas ratlos, im folgenden einen Minisampler zusammen, der zur Darstellung meiner Person &amp;amp; meines Schreibens geeignet erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUF FÜHLSONDAGE MIT DEM WELTALL / EINWÄHLEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wiegen (tch, tch) und nicken und (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so (tch) weiter, nicht? (tch tch tch) wie genau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich (tch) und du und das (tch tch) der (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Straße und (tch) Müllabfuhr, Kühlschrank&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) und alles was Lärm macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) und Bier (tch) auch wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch tch tch tch) syntaktisch Syntax, sehr be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(tch) kloppt (tch) und ich (tch) mich verlöre,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wer (tch) sich gehörte, nicht? (tch) hörte (tch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tch tch tch tch) ihr schreiben wäre (tch) wie ich (tch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
froh dass es vorüber (tch tch tch tch)&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das selbe Gedicht, ohne Änderungen, dass auch die Figur Ann Cotten in „Florida-Räume“ veröffentlicht hat. Heißt das, fiktive Autorin und Autorin des Buches müssen doch in eins gesetzt werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Distanzierung als ästhetischer Freiheitsbeweis?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Prosa weiß man, dass Autoren seit einigen Jahrhunderten immer wieder neue Mittel gefunden haben, ihr Werk in Distanz zu sich selbst zu setzen, um es umso mehr als Kunst zu kennzeichnen (nach dem Motto: je entfernter das Produkt vom Menschen, desto kunst) – zwischen Ann Cotten und Ann Cotten (Autorin) gibt es einige Distanzierungsschritte. Die Frage ist: wieso?&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Mögliche Erklärungen folgen später)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Siehe: Ann Cotten - fiktiv oder nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) Womöglich ist er der wichtigste Protagonist des Buches – denn an ihm wird Reflexionsvermögen, Urteilskraft und Selektionsverhalten eines Herausgebers demonstriert, vielleicht gar in kritischer Absicht der Autorin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) Man könnte auch sagen, was Bertram Reinecke &amp;lt;a href=&amp;quot;http://lyrikzeitung.com/2011/09/10/44-das-gesicht-des-gegenwartsgedichts/&amp;quot;&amp;gt;hier&amp;lt;/a&amp;gt; hier als Gesicht des Gegenwartsgedichts beschreibt, zeigt Ann Cotten in „Florida-Räume“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) Um die Zeit, als Ann Cotten im Forum der 13 aktives Mitglied war, fanden sich im Netz wiederholt abgewandelte Varianten von Gedichten anderer Mitglieder. Die Namen und Gedichttitel wurden leicht verfälscht (Klavki zu Klapsi, sein Gedicht „Meine Stadt“ zu „Keine Slut“, etc.)  aber gaben einen deutlichen Hinweis darauf, wer hier parodiert wurde. Leider sind diese Gedichte aus dem Netz verschwunden, aber man munkelt, dass sie von Ann Cotten geschrieben wurden und sie sich damals schon in dieser Technik geübt hat. Dass es Unstimmigkeiten im Forum gab, ist bekannt. Beweisen lässt sich nichts, nur intensive Lektüre lässt erahnen. Die sei jedem selbst überlassen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christiane</name></author>
	</entry>
</feed>